Fatburner - Glykämischer Index / Glyx-Faktor


Bei einigen modernen Ernährungstrends spielt der Glykämische Index (GI) eine wichtige Rolle.

Gerne wird dieser Index auch "Glyx Faktor" genannt und man freut sich, dass "Glyx" so ähnlich klingt wie "Glück".

Doch was hat es mit diesem glykämischen Index genau auf sich?

Glykämischer Index = Blutzucker-Faktor

Das Wort "glykämisch" kommt von "Zucker im Blut", also es geht es um den Blutzuckerspiegel.

Von den Diabetikern kennt man, dass der Blutzuckerspiegel eine problematische Rolle spielt (Siehe auch diabetes.gesund.org. Im Rahmen der Diabetes-Therapie wurde auch der "Glykämische Index" entwickelt.

Der Trend seit einigen Jahren ist es, diesem Blutzuckerspiegel auch bei gesunden Übergewichtigen eine besonders wichtige Rolle zuzumessen.

Daraus wird dann ein Patentrezept für die schlanke Linie abgeleitet, das anstelle der bisher bösen Fette die bösen Kohlenhydrate verteufelt.

Kohlenhydrate steigern den Blutzuckerspiegel

Wenn man Kohlenhydrate, beispielsweise Zucker oder Brot isst, so werden die Kohlenhydrate vom Darm zu Zucker aufgespalten und wandern ins Blut.

Dort kreist der Zucker dann in den Blutgefässen, um die Zellen des Körpers zu ernähren. Die Menge des Zuckers, die im Blut gelöst ist, nennt sich Blutzuckerspiegel.

Das ist eine wunderbare Einrichtung und nur aufgrund dieser Körperfunktion können wir überhaupt leben. So wird unser Körper mit Nährstoffen versorgt.

Ungünstig wird der Zucker im Blut allerdings, wenn zuviel oder zuwenig davon im Blut kreist.

Um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, gibt es auf der einen Seite das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt und auf der anderen Seite unter anderem das Hormon Glukagon, das den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Normalerweise wird der Blutzuckerspiegel mit diesen Körper-Hormonen in einem ausgewogenen Rahmen gehalten, sodass immer gerade soviel Zucker im Blut ist, wie der Körper zur Ernährung braucht.

Zu schneller Blutzuckeranstieg fördert Heisshunger

Die Verfechter einer kohlenhydratarmen Ernährung behaupten, dass Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen, etwas später zu einem schnellen und sehr starken Abfall des Blutzuckerspiegels führen.

Dieser starke Rückgang des Blutzuckerspiegels, der unter den Blutzucker vor der Mahlzeit absinken soll, soll zu Heisshunger führen, der den Menschen dazu treibt, mehr und mehr zu essen.

Solch ein extremer Abfall des Blutzuckerspiegel unter den Normalwert wird bei gesunden Menschen übrigens nicht beobachtet. Dem Körper steht zudem das Hormon Glukagon zur Verfügung, um den Blutzuckerspiegel anzuheben, falls er mal zu stark oder zu schnell absinkt.

Glykämischer Index

Wenn man an die schlimme Wirkung der Kohlenhydrate glaubt, ist es sinnvoll, herauszufinden, welche Kohlenhydrate besonders schlimm und welche weniger schlimm sind. Schliesslich reagiert der Körper unterschiedlich auf verschiedene Kohlenhydrate.

Für diese Unterscheidung bietet sich der Glykämische Index an, der, wie schon erwähnt, aus der Diabetes-Forschung stammt.

Bei dem Glykämischen Index wird ermittelt, wie schnell und stark eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten den Blutzucker ansteigen lässt.

Als Vergleichswert wird reiner Traubenzucker genommen, denn Traubenzucker besteht aus reiner Glukose und führt besonders schnell zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel.

Der glykämische Index von Traubenzucker wird daher auf den Richtwert 100 gesetzt.

Alle anderen glykämischen Indix-Werte orientieren sich an dieser 100.

Werte über 50 gelten als ungesund und Werte unter 50 gelten als gesund. Diese Einschätzung wird von unterschiedlichen Diäten noch feiner differenziert.

Wichtige Glyx-Werte

Hier eine kleine Liste von glykämischen Index-Werten:

Nahrungsmittel Glykämischer Index
Kopfsalat, Zwiebeln 10
Nüsse 22
Milch 35
Vollkornmehl 40
Pellkartoffel 65
Weissbrot 70
Karotten 70
Kürbis 75
Honig 90
Traubenzucker 100

Bei diesen Glyx-Werten, auch denen andere Tabellen, muss man jedoch beachten, dass die Werte bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich sein können.

Selbst bei einem Menschen schwankt die Geschwindigkeit, mit der eine Kohlenhydrat-Sorte den Blutzuckerspiegel steigert, je nach Tagesform.

Eine Rolle spielt auch, mit welchen anderen Nahrungsmitteln man etwas zusammen isst, denn beispielsweise das Vorhandensein von Fett bremst den Anstieg des Blutzuckers (fördert jedoch gar nicht das Abnehmen).

Diäten auf der Basis des glykämischen Index

Es gibt mehrere Diäten, die auf den Glyx-Faktor setzen:

Bewertung

Ob der glykämische Index und seine Beachtung sich tatsächlich direkt auf die Gewichtsabnahme auswirkt ist umstritten.

Die Grundannahme nämlich, dass auf einen Anstieg des Blutzuckerspiegels ein Absinken unter den Normwert fällt, ist ernährungswissenschaftlich betrachtet nicht haltbar.

Die Erfolge, die Diäten mit dem glykämischen Index dennoch haben, liegt wohl eher daran, dass man mehr Gemüse, Salat und Obst isst.

Beim glykämischen Index wird ausserdem nicht berücksichtigt, wieviel der Kohlenhydrate in einem Nahrungsmittel enthalten sind.

So erklärt sich die seltsame Tatsache, dass die Karotte den gleichen glykämischen Index hat wie Weissbrot.

Karotten enthalten aber deutlich weniger Kohlenhydrate als Weissbrot. Deshalb muss man viel mehr Karotten essen, um auf die gleiche Menge Kohlenhydrate zu kommen wie beim Weissbrot.

Dieser Faktor wird bei der glykämischen Last berücksichtigt, die ausser dem glykämischen Index auch die Kohlenhydratmenge der Nahrungsmittel betrachtet.

Daher ist die glykämische Last deutlich alltagstauglicher als der glykämische Index.

Siehe auch:




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